Maranta, Calathea, Ctenanthe und Stromanthe richtig pflegen
Morgens kann eine rot geaderte Maranta ihre ovalen grünen Blätter fast waagerecht halten, sodass die leuchtend roten Linien gut zu sehen sind. Gegen Abend können sich dieselben Blätter aufrichten und ihre rötlich violetten Unterseiten zeigen. Diese kleine tägliche Veränderung zu beobachten, gehört zum Reiz dieser Pflanze.
Unter dem Namen Gebetspflanze werden mehrere bekannte Zimmerpflanzen aus der Familie der Marantengewächse (Marantaceae) zusammengefasst. In diesem Ratgeber geht es um Maranta, Goeppertia (oft als Calathea verkauft), Ctenanthe und Stromanthe. Gemeinsam ist ihnen, dass sie ihre Blätter bewegen. Ihre Wuchsformen unterscheiden sich jedoch: Manche schieben ihre Triebe seitlich über den Topf, andere wachsen als Horst nach oben. Wenn du diese Unterschiede kennst, findest du leichter einen passenden Platz für deine Pflanze, kannst die Entwicklung neuer Triebe verfolgen und Veränderungen an den Blättern besser einordnen.
Für die meisten häufig kultivierten Marantengewächse ist ein heller Platz mit gefiltertem Tageslicht ein guter Ausgangspunkt. Dazu kommen gleichmäßige Wärme und Schutz vor kalten Fensterscheiben, Heizkörpern und starker Zugluft. Verwende einen Topf mit Abzugslöchern. Fühle unter der Substratoberfläche nach und lerne, wie sich das Topfgewicht zwischen dem Gießen verändert. Gieße Wasser, das im Übertopf stehen bleibt, immer aus. Neue Blätter verraten dir viel darüber, wie es der Pflanze geht. Werden Stängel rasch weich oder sackt die Pflanzenbasis zusammen, solltest du die Wurzeln jedoch umgehend untersuchen.
1. Wie Marantengewächse ihre Blätter bewegen
Beobachte dasselbe Blatt zu verschiedenen Tageszeiten
Such dir ein vollständig entfaltetes Blatt deiner Maranta aus und beobachte seine Stellung morgens und abends. Bei Tageslicht liegt es vielleicht fast waagerecht und zeigt seine Zeichnung. Später kann es sich so weit aufrichten, dass die farbige Unterseite sichtbar wird. Dadurch verändert sich der Umriss der Pflanze, obwohl kein neues Blatt hinzugekommen ist. Auch andere Gattungen dieser Familie bewegen ihre Blätter, allerdings zu unterschiedlichen Zeiten und unterschiedlich stark.
Fotos vom selben Standort aus, auf denen immer dasselbe ausgewachsene Blatt zu sehen ist, können die Veränderung deutlicher zeigen als die Erinnerung allein. Vergleiche die Blattstellung morgens und abends und wiederhole das an einem weiteren Tag. So lernst du den üblichen Rhythmus deiner Pflanze kennen. Ein Blatt, das sich in der Dämmerung aufrichtet, kann vollkommen gesund sein. Bleibt es dagegen fest eingerollt oder schlaff, solltest du das Blatt und den Topf genauer prüfen und dabei auch auf die Tageszeit achten.
Das kleine Bewegungsgelenk unter dem Blatt
Viele Marantengewächse haben nahe dem Ansatz der Blattfläche oder des Blattstiels einen kleinen beweglichen Bereich: den Pulvinus, in der Mehrzahl Pulvini. Die Zellen auf beiden Seiten verändern ihren inneren Wasserdruck, den Turgor. Dadurch ändert sich die Blattstellung. Schon eine kleine Bewegung an diesem lebenden Gelenk kann eine breite Blattfläche anheben. So wirkt es, als ordne die Pflanze ihre Blätter neu an, während die Blätter selbst gleich groß bleiben.
Diese regelmäßige Veränderung der Blattstellung heißt Nyktinastie. Sowohl das Licht als auch der innere Rhythmus der Pflanze beeinflussen sie. Deshalb unterscheiden sich die Zeiten je nach Art und sogar von Blatt zu Blatt. Bei Calathea lutea wurde beobachtet, dass sich die Blätter zwischen Morgen und Mittag anhoben und falteten, während sich die Sonneneinstrahlung veränderte. Eine Maranta bei dir zu Hause richtet ihre Blätter vielleicht erst später auf. Beobachte deine Pflanze über mehrere Tage, um ihren üblichen Rhythmus kennenzulernen.
Wozu bewegen sich die Blätter?
Wenn sich ein Blatt hebt oder senkt, verändert sich, wie viel Licht darauf fällt und wie Luft daran vorbeiströmt. Welchen Nutzen das hat, kann sich je nach Art und Wachstumsbedingungen unterscheiden. Ein einheitlicher Zweck für die gesamte Pflanzenfamilie ist bislang nicht belegt.
Die normalen Bewegungen deiner Pflanze zu kennen, hilft dir, Veränderungen einzuordnen. Ein Blatt, das sich in der Dämmerung aufrichtet und später wieder öffnet, folgt möglicherweise einfach seinem gewohnten Rhythmus. Bleibt ein ausgewachsenes Blatt eingerollt, verliert es seine Festigkeit oder nimmt Schaden, während zugleich neue Blätter schwächer wachsen, solltest du Licht, Temperatur und die Feuchtigkeit an den Wurzeln genauer prüfen. Zunächst hilft es zu wissen, welches Marantengewächs du hast und wie es normalerweise wächst.
2. Welches Marantengewächs hast du?
Pflanzenetiketten, alte Namen und Wuchsformen
Schau zunächst auf das Pflanzenetikett, falls eines vorhanden ist. Die bloße Bezeichnung „Gebetspflanze“ findet sich besonders häufig bei Maranta. Sie reicht aber nicht aus, um die verschiedenen Mitglieder der Familie zu bestimmen. Die Zeichnung eines ausgewachsenen Blattes liefert hilfreiche Hinweise. Ebenso aufschlussreich sind oft die Stellung der Triebe und die Stellen, an denen neue Triebe erscheinen.
Für dieselbe Pflanze können dir auch zwei botanische Namen begegnen. Viele Zierpflanzen, die früher zu Calathea gezählt wurden, gehören heute zu Goeppertia. Calathea besteht dennoch als eigenständige, gültige Gattung weiter. Die Klapperschlangen-Korbmarante etwa wurde als Calathea lancifolia verkauft; ihr heute anerkannter Name ist Goeppertia insignis. Wenn du beide Namen kennst, kannst du ältere Pflegehinweise und Pflanzenetiketten leichter zuordnen.
Achte neben der Blattzeichnung auch darauf, wie die Pflanze wächst. Bei einer Maranta können die Blätter entlang weicher, seitlich kriechender Triebe sitzen. Viele Goeppertia bilden dagegen einzelne Blattstiele, die an der Basis dicht beieinanderstehen. Besonders gut erkennst du diese Unterschiede, wenn neue Triebe erscheinen. Sie erklären auch, warum manche Marantengewächse von einem Regal herabhängen, während andere nach und nach einen breiten Horst bilden.
Maranta: leuchtende Blattadern und seitlich wachsende Triebe
Maranta leuconeura zeigt, wie unterschiedlich die Blattzeichnung innerhalb einer Art sein kann. Die häufig als ‘Fascinator’ verkaufte Form hat leuchtend rote Adern auf ovalen grünen Blättern. Bei Pflanzen, die als Maranta leuconeura var. kerchoveana angeboten werden, liegen dunkle Flecken paarweise neben der Mittelrippe. Sie werden auch als „Kaninchenspuren“ bezeichnet. Andere Kulturformen tragen einen hellen Mittelstreifen. Vergleiche mehrere ausgewachsene Blätter, denn ihre Zeichnung kann sich leicht unterscheiden.
Einen zweiten Hinweis liefern die Triebe. Viele Formen von M. leuconeura breiten sich zunächst über das Substrat aus und wachsen dann über den Topfrand hinaus. Sie können von einem Regal herabhängen oder die Oberfläche eines breiteren Topfes bedecken. Ein gesunder Triebabschnitt mit einem lebenden Knoten lässt sich später möglicherweise zur Vermehrung nutzen.
Goeppertia: runde, gewellte und gemusterte Blätter
Bei Goeppertia unterscheiden sich Blattform und Zeichnung stark, auch wenn die Pflanzen gleichermaßen horstig wachsen. Goeppertia orbifolia hat breite, fast runde Blätter mit hellen, bogenförmigen Bändern. Die Pfauen-Korbmarante G. makoyana trägt längere ovale Blätter mit paarigen dunklen, federähnlichen Zeichnungen. Auch ihre Blattunterseiten sind gemustert.
Andere Arten dieser Gattung lassen sich leichter an ihren Blatträndern und der Beschaffenheit der Blattoberflächen erkennen. Die Klapperschlangen-Korbmarante G. insignis hat lange, schmale, gewellte Blätter mit dunklen Flecken entlang der Mittelrippe. G. rufibarba trägt ebenfalls gewellte, aber schlankere Blätter mit violett getönten Unterseiten. Teile der Blattstiele und Mittelrippen sind fein rötlich behaart.
Viele Goeppertia bilden im Laufe ihres Wachstums neue Blattstiele an der Basis. Dadurch wird der Horst nach und nach dichter. Das solltest du bei der Standortwahl berücksichtigen: Die breiten Blätter von G. orbifolia können zum Beispiel später weit über den Rand des Kulturtopfes hinausreichen.
Bei manchen Arten helfen auch die Blüten bei der Bestimmung. Goeppertia crocata, früher Calathea crocata, kann im Zimmer aufrechte, leuchtend orangefarbene Hochblätter bilden, die ihre kleineren orangeroten Blüten umgeben.
Ctenanthe: Fischgrätenmuster und aufrechter oder ausladender Wuchs
Ctenanthe-Arten unterscheiden sich sowohl in ihrer Höhe als auch in der Blattzeichnung. Die Fischgräten-Korbmarante Ctenanthe burle-marxii bleibt vergleichsweise niedrig und wächst zu einem breiter werdenden Horst heran. Neben der Mittelrippe jedes ovalen Blattes sitzen dunkle, federähnliche Zeichnungen. Unter geeigneten Bedingungen kann sie etwa 60 cm hoch werden.
Zu den größeren Arten gehört Ctenanthe lubbersiana. Ihre Triebe wachsen aufrecht und tragen grüne Blätter mit unregelmäßigen gelben Flecken. Unter geeigneten Bedingungen kann sie etwa 2 m erreichen, bleibt im Zimmer aber oft kleiner.
Auch Ctenanthe oppenheimiana wächst aufrecht. Sie hat lange grüne Blätter mit silbernen V-förmigen Zeichnungen und weinroten Unterseiten. C. setosa trägt ähnlich lange Blätter; manche Kulturformen haben silbrig wirkendes Laub. Beide Arten können zu buschigen, aufrechten Horsten heranwachsen.
Stromanthe: übereinander angeordnete Blätter mit farbigen Unterseiten
Bei Stromanthe stehen die aufrechten, überlappenden Blätter oft deutlich in mehreren Ebenen. Hebt oder dreht sich ein Blatt von Stromanthe thalia, wird seine rötlich violette Unterseite sichtbar. Diese Art begegnet dir möglicherweise auch unter ihrem älteren Namen Stromanthe sanguinea. Die violetten Töne auf den Unterseiten vieler Marantengewächse stammen von Farbstoffen, die Anthocyane heißen.
Bei der als ‘Triostar’ verkauften Auslese fällt diese Bewegung besonders auf. Die Blätter zeigen oben unregelmäßige cremefarbene und grüne Flecken mit Rosatönen; beim Drehen kommen die rötlichen Unterseiten zum Vorschein. Jedes Blatt kann anders gezeichnet sein. Die genaue Herkunft mancher Pflanzen, die unter dem Handelsnamen ‘Triostar’ angeboten werden, ist weiterhin unklar. Aus dem Etikett allein lässt sich ihre Art deshalb nicht sicher ableiten.
Wie neue Triebe den Topf füllen
An neuen Trieben zeigt sich ein weiterer Unterschied zwischen diesen Pflanzen. Wenn horstig wachsende Arten größer werden, erscheinen zwischen den älteren Blattstielen oft frische Triebe. Manche wachsen aus Rhizomen: Sprossen, die knapp unter oder nahe der Substratoberfläche verlaufen. Jedes Blatt sitzt auf einem Blattstiel, botanisch Petiolus genannt. Mit zusätzlichen Trieben wird die Pflanze dichter, und ihre Blätter ragen oft weit über den Topfrand hinaus. Wenn du beobachtest, wo neue Triebe entstehen, erkennst du gesundes Wachstum leichter und kannst später besser beurteilen, ob sich die Pflanze teilen lässt.
3. Der passende Standort in der Wohnung
Deine Pflanze ist gerade eingezogen?
In den ersten Tagen kannst du dir ein Bild vom Zustand deines neuen Marantengewächses machen. Schau dir die Blätter an, bevor du den dauerhaften Standort auswählst. Hebe einige entfaltete Blätter vorsichtig an und prüfe ihre Unterseiten, die Ansätze der Blattstiele und neue Triebe. Ein Knick von der Verpackung kann auf einem Blatt sichtbar bleiben, ohne weitere Probleme zu verursachen. Versteckte Insekten, mehrere kurz nacheinander zusammensackende Blätter oder eine weiche Stängelbasis solltest du genauer untersuchen.
Nimm anschließend den Kulturtopf aus dem Übertopf. Prüfe die Abzugslöcher und ob sich darunter Wasser gesammelt hat. Fühle unter der Substratoberfläche nach und achte auf das Topfgewicht. Ist das Substrat feucht und kann Wasser gut abfließen, musst du möglicherweise nichts ändern. Ist es im Inneren völlig trocken, befeuchte den gesamten Wurzelballen wie im Abschnitt zum Gießen beschrieben und lass den Topf danach vollständig abtropfen. Gieße stehendes Wasser aus dem Übertopf ab. Substrat, das dauerhaft durchnässt bleibt oder säuerlich riecht, solltest du genauer prüfen.
Feste Triebe und gut durchlässiges Substrat sprechen dafür, dass sich die Pflanze an einem hellen, geschützten Platz eingewöhnen kann. Eine gesunde neue Pflanze profitiert in der Regel davon, erst einmal Zeit zur Umstellung zu bekommen, bevor du sie umtopfst, düngst oder vorbeugend mit einem Pflanzenschutzmittel behandelst. Eine weich werdende Pflanzenbasis oder faulende Wurzeln erfordern dagegen auch in diesen ersten Tagen rasches Handeln.
Lass möglichst etwas Abstand zwischen den Blättern der neuen Pflanze und ihren Nachbarn. Bei der ersten Kontrolle kann ein Insekt unentdeckt bleiben. Schau dir deshalb in den folgenden Tagen die Blattunterseiten und heranwachsenden Triebe erneut an. Frische Fraßspuren oder Hinweise auf Insekten sind Anlass für eine genauere Untersuchung. Dabei hilft dir der Abschnitt über Schädlinge.
Prüfe, wie viel Licht die Blätter erreicht
Wie viel Licht ankommt, lässt sich an den Blättern besser beurteilen als allein anhand der Himmelsrichtung des Fensters. Für viele als Zimmerpflanzen kultivierte Marantengewächse ist helles, gefiltertes Tageslicht ein guter Ausgangspunkt. Ein Vorhang, ein Dachüberstand oder ein Nachbargebäude kann kräftige Sonne abschwächen. Tief im Raum kann das Licht dagegen für gleichmäßiges Wachstum zu schwach sein. Direkte Sonne durch eine heiße Fensterscheibe kann helle, papierartige Flecken auf den Blättern hinterlassen.
Ein Nordfenster mit freiem Lichteinfall kann zum Beispiel reichlich diffuses Licht bieten, während ein Ostfenster hinter einem anderen Gebäude einen großen Teil des Tages im Schatten liegt. Selbst wenn der Topf im Schatten steht, kann ein langes Blatt in die direkte Sonne hineinragen. Wird der neue Austrieb an einem dunklen Platz schwächer, gewöhne die Pflanze schrittweise an einen helleren Standort mit gefiltertem Licht. Neue helle oder papierartige Stellen auf den sonnenzugewandten Blättern deuten darauf hin, dass die Einstrahlung zu stark ist. Prüfe außerdem, ob ein Blatt eine heiße oder kalte Scheibe berührt.
Das Tageslicht verändert sich im Laufe des Jahres. Ein zuvor heller Platz kann dadurch zu dunkel werden. Bei wenig Tageslicht kann eine geeignete Pflanzenlampe helfen. Halte dich bei Lichtleistung und Abstand an die Angaben des Herstellers.
Gleichmäßige Wärme für Blätter und Wurzeln
Das Fenster beeinflusst auch die Temperatur. Die Raumluft kann sich angenehm anfühlen, während der Topf auf einer kalten Fensterbank steht oder Blätter an einer kalten Scheibe anliegen. Ein Heizkörper kann das gegenteilige Problem verursachen, wenn er stundenlang heiße, trockene Luft an den Blättern vorbeiführt. Prüfe die Bedingungen deshalb direkt am Topf und an den Blättern, besonders in der Nähe von Fenstern und Heizungen.
Halte die Blätter von kalten Scheiben und Zugluft fern. Für die in ihrem Pflegeratgeber behandelten Calathea-Arten empfiehlt die RHS 16–21 °C. Andere Marantengewächse können andere Temperaturansprüche haben. Richte dich deshalb nach den Hinweisen für deine konkrete Art.
Luftfeuchtigkeit, frische Luft und ein gesundes Raumklima
Neben der Temperatur zählt auch die Luftfeuchtigkeit: Durch Transpiration geben die Blätter Wasser an die Umgebungsluft ab. Wenn über längere Zeit heiße, trockene Luft an ihnen vorbeiströmt, kann das zu braunen Spitzen und Rändern beitragen. Geschädigte Wurzeln können ähnliche Spuren verursachen. Braune Blattstellen sind deshalb ein Anlass, sowohl die Luft um die Blätter als auch die Feuchtigkeit im Topf zu prüfen.
Ein kleines Hygrometer in Blattnähe zeigt dir, wann die Raumluft sehr trocken ist. Ein helles, gut gelüftetes Badezimmer oder ein richtig gewarteter Luftbefeuchter kann helfen. Stellst du Pflanzen zusammen, kann die Luftfeuchtigkeit unmittelbar um ihre Blätter etwas steigen; wie stark, hängt von der Luftbewegung ab. Eine mit Kieseln und Wasser gefüllte Schale beeinflusst vor allem die Luft direkt über dem Wasser. Der Topf sollte dabei oberhalb des Wasserspiegels stehen. Besprühen benetzt die Blätter nur kurz und erhöht die Luftfeuchtigkeit im Raum nicht dauerhaft. Lass die Blätter anschließend wieder trocknen.
Welche Pflanze passt in deinen Raum?
Berücksichtige bei der Platzwahl auch die spätere Wuchsform. Eine seitlich wachsende Maranta kann über ein Regal herabhängen, Goeppertia orbifolia braucht Platz für ihre breiten Blätter, und die höheren Triebe von Ctenanthe lubbersiana passen möglicherweise gut neben ein Möbelstück. Bei Stromanthe können sich die Blätter mit zunehmender Größe des Horstes aufrichten und überlappen. Denke deshalb neben der jetzigen Größe auch an die voraussichtliche Höhe und Breite deiner Art.
Wenn du dein erstes Marantengewächs auswählst, ist Maranta leuconeura eine gute Möglichkeit, sofern der Raum gefiltertes Licht bietet und du das Substrat feucht halten kannst, ohne die Wurzeln in Staunässe stehen zu lassen. Achte auf gesunden neuen Austrieb und einen Topf, aus dem Wasser abfließen kann. In unserer Auswahl an Marantengewächsen findest du die unterschiedlichen Formen und Größen. Hast du bereits eine dieser Pflanzen, gib ihr einen passenden Platz zum Eingewöhnen und beobachte, wie ihr Topf dort abtrocknet.
Marantengewächse und Haustiere
Wenn dein Haustier an Zimmerpflanzen knabbert, bestimme die Pflanze genau, bevor du dich auf eine Liste haustierfreundlicher Pflanzen verlässt. Die ASPCA führt Calathea-Arten als ungiftig für Katzen und Hunde auf. Dieser Eintrag gilt für die dort genannten Pflanzen. Er belegt nicht, dass jede als Gebetspflanze verkaufte Maranta, Goeppertia, Ctenanthe oder Stromanthe für Haustiere unbedenklich ist.
Das ist ein Grund, warum Pflanzennamen nicht nur für die Pflege, sondern auch für die Sicherheit von Haustieren wichtig sind. Die ASPCA hat einen eigenen Eintrag unter „Prayer Plant“. Dort steht „Maranta“ als gebräuchlicher Name, als wissenschaftlicher Name jedoch Calathea insignis. Dieser historische Name wurde für unterschiedliche Pflanzen verwendet. Gleiche den anerkannten Namen deiner eigenen Pflanze mit einem zuverlässigen tiermedizinischen Eintrag ab, bevor du dich auf eine allgemeine Liste verlässt.
Bewahre Pflanzen, Dünger und Mittel gegen Schädlinge außerhalb der Reichweite von Tieren auf, die an Blättern knabbern. Beachte die Sicherheitshinweise aller verwendeten Produkte. Prüfe die genau bestimmte Pflanze anhand einer verlässlichen tiermedizinischen Quelle. Auch als ungiftig beschriebene Pflanzen können beim Fressen Magenbeschwerden auslösen; Blattstücke können außerdem zum Ersticken führen. Hat ein Haustier von einer unbekannten oder möglicherweise schädlichen Pflanze gefressen oder geht es ihm nach dem Anknabbern schlecht, wende dich umgehend an eine Tierarztpraxis oder eine auf Tiere spezialisierte Giftnotrufstelle. Halte möglichst den Pflanzennamen, ein Foto oder eine Probe sowie Angaben zum ungefähren Zeitpunkt und zur gefressenen Menge bereit.
4. Gießen, Substrat und gesunde Wurzeln
Natürliche Lebensräume und Feuchtigkeit im Topf
Wenn du einen passenden Platz für dein Marantengewächs gefunden hast, beobachte, wie schnell der Topf abtrocknet. Diese Pflanzen stammen aus Gebieten mit unterschiedlichen Niederschlagsmustern: Maranta leuconeura wächst in Zentral- und Ostbrasilien, Stromanthe thalia kommt in feuchteren tropischen Gebieten vor, und Ctenanthe oppenheimiana wächst auch dort, wo es eine Trockenzeit gibt. Diese Unterschiede sind ein Grund dafür, dass ein fester Gießplan nicht zu jeder Pflanze passt. In der Wohnung bestimmen Licht, Wärme, Luftbewegung, Substrat und Wasserabzug, wie lange die Wurzeln feucht bleiben. Beobachte deinen Topf zwischen den Wassergaben, besonders nach einem Standortwechsel.
Prüfe die Feuchtigkeit im Inneren des Topfes
Hebe den Topf nach gründlichem Gießen an und merke dir sein Gewicht. Wiederhole das in den folgenden Tagen und fühle vorsichtig unter der Substratoberfläche nach. Mit etwas Übung erkennst du die Veränderung leichter. Oben kann das Substrat schon trocken aussehen, während es in der Mitte noch nass ist, besonders in einem tiefen Kulturtopf aus Kunststoff.
Ist der Topf leichter geworden und beginnt das Substrat um die Wurzeln abzutrocknen, kann es Zeit zum Gießen sein. Ein schwerer Topf mit nassem Inneren braucht noch Zeit. Bleibt das Substrat durchnässt, prüfe den Wasserabzug. Ein hängendes Blatt allein verrät dir deshalb nicht, ob die Pflanze Wasser braucht. Wächst sie gleichmäßig weiter, spricht das mit der Zeit dafür, dass deine Pflege zu ihr passt.
Das richtige Gleichgewicht ist wichtig, weil die Wurzeln der Marantengewächse sowohl Feuchtigkeit als auch Sauerstoff brauchen. Trocknet der gesamte Ballen wiederholt aus, können empfindliche Wurzeln leiden. Bleibt das Substrat dagegen mit Wasser gesättigt, gelangt möglicherweise zu wenig Luft an die Wurzeln. Viele Marantengewächse wachsen deshalb gut in einem Substrat, das etwas Feuchtigkeit hält und überschüssiges Wasser zugleich abfließen lässt. Passe das Gießen an deine Pflanze und daran an, wie genau dieser Topf abtrocknet.
Gründlich gießen und abtropfen lassen
Wenn es Zeit zum Gießen ist, gieße langsam und verteile das Wasser über die Oberfläche, bis der Wurzelballen es aufgenommen hat und überschüssiges Wasser aus den Abzugslöchern läuft. Hat sich das Substrat vom Topfrand gelöst, kann das erste Wasser direkt durch den Spalt fließen, während die Mitte trocken bleibt. Mach eine Pause, gieße in kleineren Portionen weiter und prüfe die Mitte erneut. Nimmt sehr trockenes Substrat weiterhin schlecht Wasser auf, kann ein kurzes Wasserbad von unten helfen. Nimm den Topf anschließend heraus und lass ihn vollständig abtropfen.
Stelle den Innentopf erst nach dem Abtropfen wieder auf den Untersetzer oder in den Übertopf. Gieße auch Wasser aus, das sich danach noch sammelt. Gerade in einem hohen Übertopf bleibt eine Wasserpfütze am Boden leicht unbemerkt. Die Blätter können noch vollkommen gesund aussehen, während die untersten Wurzeln bereits im Wasser stehen.
Nach einem Standortwechsel oder dem Umtopfen kann sich das Abtrocknen verändern. In kühleren Räumen oder bei weniger Licht kann das Substrat langsamer abtrocknen. Auch frisches Substrat kann länger feucht bleiben. Schnelleres Wachstum kann dagegen mehr Wasser verbrauchen. Auch die Topfgröße und die Frage, wie viele lebende Wurzeln vorhanden sind, spielen eine Rolle. Nutze bei den nächsten Wassergaben sowohl das Topfgewicht als auch die Feuchtigkeit unter der Oberfläche, um die neuen Bedingungen kennenzulernen. Unser Ratgeber zum Gießen von Zimmerpflanzen erklärt weitere Möglichkeiten, den richtigen Zeitpunkt zu erkennen.
Wurzeln brauchen neben Feuchtigkeit auch Luft
Wenn Wasser aus dem Topf abläuft, füllt sich ein Teil der Zwischenräume im Substrat wieder mit Luft. So gelangt Sauerstoff an die Wurzeln. Deshalb ist die Substratstruktur ebenso wichtig wie das Gießen selbst. Altes Substrat kann sich zersetzen, verdichten und zu lange nass bleiben. Ein sehr grobes Substrat kann dagegen trocknen, bevor die Wurzeln genug Wasser aufgenommen haben. Beide Probleme können sich mit der Zeit an den Blättern zeigen.
Ein geeignetes Substrat sollte sich gleichmäßig befeuchten lassen, etwas Feuchtigkeit an den Wurzeln halten und überschüssiges Wasser dennoch abgeben. Torffreie Mischungen können Kokosfasern, kompostierte Rinde und mineralische Bestandteile in unterschiedlichen Anteilen enthalten. Entscheidend ist, dass die fertige Mischung die Wurzeln beim Befeuchten und Abtrocknen mit Wasser und Luft versorgt.
Ist das Substrat dicht geworden und bleibt dauerhaft nass, oder hat es sich vom Topf gelöst und lässt sich nur schwer wieder befeuchten, kann ein Austausch nötig sein. Wann und wie du dabei vorgehst, erklärt der Abschnitt zum Umtopfen. Hängen bei durchnässtem Substrat zusätzlich die Blätter, werden Pflanzenteile weich oder verschlechtert sich der Zustand weiter, nutze umgehend die Hinweise zur Prüfung der Wurzelgesundheit.
Wähle den Topf passend zum Wurzelballen
Auch die Topfwahl beeinflusst das Verhältnis von Feuchtigkeit und Luft. Wähle ein Gefäß mit freien Abzugslöchern und ausreichend Platz für die lebenden Wurzeln. Ein Topf, der deutlich größer ist als das Wurzelsystem, enthält mehr nasses Substrat und kann länger zum Abtrocknen brauchen. Ist Umtopfen nötig, lass um die gesunden Wurzeln nur wenig zusätzlichen Platz. Die einzelnen Schritte findest du im Abschnitt zum Umtopfen.
Das Topfmaterial wirkt sich ebenfalls auf das Abtrocknen aus. Durch die Wände unglasierter Tontöpfe kann Feuchtigkeit entweichen. Kunststoff und glasierte Gefäße halten sie länger im Substrat. Manche seitlich wachsenden Maranta gedeihen gut in breiten, eher flachen Töpfen. Ihre Wurzelsysteme können sich dennoch von Pflanze zu Pflanze unterscheiden. Wähle die Topfform deshalb passend zum vorhandenen Ballen und beobachte anschließend, wie schnell das Substrat abtrocknet.
Spielt die Wasserqualität eine Rolle?
Werden immer wieder neue Blattspitzen braun, obwohl die Pflanze ansonsten gesund wächst, kann die Wasserqualität eine Rolle spielen. Prüfe vorher aber das Gießen, den Zustand der Wurzeln und die Düngung. Weiße mineralische Ablagerungen am Topfrand können auf eine Anreicherung hindeuten. Sie beweisen jedoch nicht, wodurch der Blattschaden entstanden ist.
In einem Versuch mit zwei Kulturformen von Maranta leuconeura entwickelten Pflanzen, die destilliertes Wasser erhielten, weniger Schäden an den Blattspitzen. Daraus folgt nicht, dass jede braune Spitze durch Mineralien im Wasser entsteht.
Wasserfilter unterscheiden sich darin, welche Stoffe sie entfernen. Eine gewöhnliche Filterkanne mit Aktivkohle kann je nach Kartusche den Geschmack verbessern oder bestimmte Stoffe herausfiltern. Gelöstes Calcium und Magnesium bleiben jedoch in der Regel im Wasser. Diese Mineralien verursachen die Wasserhärte. Auch wenn du Leitungswasser stehen lässt, verschwinden sie nicht.
Umkehrosmose und Destillation entfernen wesentlich mehr gelöste Mineralien. Auch sauberes Regenwasser kann eine mineralärmere Alternative sein, wenn es sicher aufgefangen wurde. Eine häusliche Enthärtungsanlage auf Natriumbasis funktioniert anders: Sie tauscht Calcium und Magnesium gegen Natrium aus, das sich im Substrat anreichern kann. Wasser aus einer solchen Anlage eignet sich schlecht zum regelmäßigen Gießen von Marantengewächsen.
Wenn du beim Gießen und Düngen keine Probleme erkennst und die Wurzeln gesund wirken, kannst du mineralärmeres Wasser ausprobieren und die übrige Pflege unverändert lassen. Vergleiche neu entfaltete Blätter und achte darauf, ob weniger neue Spitzenschäden auftreten. Bereits braune Spitzen werden nicht wieder grün. Sind neue Blätter mit deinem üblichen Wasser bereits gesund, gibt es keinen Grund, es zu wechseln.
5. Neue Blätter, Düngen und laufende Pflege
So entwickelt sich ein neues Blatt
An einem neuen Blatt kannst du verfolgen, wie dein Marantengewächs wächst. Anfangs ist die Blattfläche möglicherweise noch schmal und fest eingerollt, sodass kaum etwas von ihrer Zeichnung zu sehen ist. Beim Entfalten kommen die Adern oder Muster zum Vorschein. Bei einer seitlich wachsenden Maranta kann die Blattrolle außerhalb des Topfrandes erscheinen, bei einer Goeppertia zwischen älteren Blattstielen.
Gib dem eingerollten Blatt Platz zum Öffnen. Bleibt es an einem Regal hängen oder verfängt es sich zwischen älteren Blattstielen, kann es einreißen oder knicken. Daran zu ziehen kann den Schaden vergrößern. Ein einzelnes beschädigtes Blatt kann auf ein Missgeschick zurückgehen. Entfalten sich neue Blätter wiederholt verformt, besonders wenn Narben oder Insekten am Wachstumspunkt zu sehen sind, prüfe die Wachstumsbedingungen und suche sorgfältig nach Schädlingen. Welche Kontrollen zuerst sinnvoll sind, erklärt der Abschnitt zu Blattsymptomen.
Neben neuen Blättern kann Maranta leuconeura im Zimmer gelegentlich kleine Blüten bilden. Während der Horst wächst, können ältere Blätter nach und nach absterben. Wird ein einzelnes unteres Blatt gelb und fällt ab, kann das zum normalen Wachstum gehören, sofern die übrige Pflanze fest bleibt und weiter Blätter bildet. Werden mehrere Blätter gleichzeitig gelb oder ist der neue Austrieb schwach, helfen die Kontrollen im Abschnitt zu Blattsymptomen.
Düngen, wenn die Pflanze wächst
Für neue Triebe und Blätter braucht die Pflanze Nährstoffe. Möglicherweise bekommt sie diese aber bereits aus ihrem Substrat. Manche Mischungen enthalten zugesetzten Dünger oder Langzeitdünger. Auf der Verpackung sollte stehen, was enthalten ist und ungefähr wie lange der Vorrat reicht. Ist er voraussichtlich aufgebraucht und wächst die Pflanze gleichmäßig weiter, kann ein ausgewogener Zimmerpflanzendünger sinnvoll sein. Halte dich an die angegebene Dosierung und notiere, wann du düngst.
Das Wachstum hängt auch von Licht und Wärme ab. Wächst die Pflanze langsamer, prüfe deshalb diese Bedingungen, bevor du mehr düngst. Blasse Blätter allein belegen keinen Nährstoffmangel. Bei Staunässe oder einer weich werdenden Pflanzenbasis musst du zuerst diese Probleme angehen, bevor Düngen infrage kommt.
Blätter reinigen und beschädigte Blattteile entfernen
Auf gemusterten Blättern fällt Staub leichter auf. Beim Entfernen kannst du zugleich ihren Zustand kontrollieren. Stütze ein breites Blatt mit einer Hand und wische es vorsichtig mit einem weichen, leicht feuchten Tuch ab. Sei bei samtigen Oberflächen und Blättern, die sich gerade erst öffnen, besonders behutsam. Achte beim Wenden jedes Blattes auf die Adern, die Unterseite und geschützte Stellen, an denen sich winzige Schädlinge verstecken können.
Ist ein Blatt vollständig abgestorben oder fault es, entferne es mit einer sauberen, scharfen Schere, ohne benachbarte Triebe zu stören. Breiten sich Flecken aus und deuten auf eine mögliche Infektion hin, ziehe das betroffene Blatt nicht über gesunde Blätter und reinige das Werkzeug, bevor du es an anderer Stelle verwendest. Ein gesundes grünes Blatt mit einer alten braunen Spitze bleibt für die Pflanze nützlich. Du kannst es so belassen oder die geschädigte Spitze sauber zurückschneiden, ohne in gesundes grünes Gewebe zu schneiden.
6. Umtopfen und Vermehren
Wann braucht die Pflanze einen neuen Topf?
Ob du umtopfen solltest, hängt vom Platz für die Wurzeln und vom Zustand des Substrats ab. Ein Marantengewächs kann lange in seinem Kulturtopf gut gedeihen. Irgendwann füllen die Wurzeln vielleicht den verfügbaren Raum aus, altes Substrat verdichtet sich und bleibt nass, oder trockenes Substrat zieht sich vom Topfrand zurück, sodass Wasser am Ballen vorbeiläuft. Solche Veränderungen sind ein Anlass, Wurzeln und Wasserabzug genauer zu prüfen. Eine einzelne Wurzel, die durch ein Abzugsloch wächst, kann dagegen vollkommen gesund sein.
Eine Pflanze mit festen Wurzeln, ausreichend Platz und einem Substrat, das Wasser gut aufnimmt und abgibt, kann in ihrem Topf bleiben. Verschlechtert sich jedoch der Zustand der Wurzeln oder kann Wasser nicht mehr ablaufen, kann rasches Umtopfen nötig werden, auch kurz nachdem die Pflanze bei dir angekommen ist.
Beim Umtopfen Pflanzenbasis und Wurzeln schützen
Bereite einen sauberen Topf mit freien Abzugslöchern vor. Er sollte um die gesunden, lebenden Wurzeln nur wenig zusätzlichen Platz bieten. Stütze die Pflanze an der Pflanzenbasis, also dort, wo die Triebe ansetzen, während du den Ballen aus dem Topf gleiten lässt. Wurzeln können von Natur aus unterschiedlich gefärbt sein; auch gesunde Wurzeln können braun sein. Ihre Festigkeit und Struktur sind wichtiger als die Farbe allein. Erhalte gesunde Wurzeln und lockere den Ballen nur so weit, wie es zum Einsetzen nötig ist.
Setze die Pflanze ungefähr so tief wie zuvor ein und verteile frisches Substrat vorsichtig um die Wurzeln. Vermeide es, das Substrat fest zusammenzupressen. Prüfe vor dem Gießen, wie feucht das neue Substrat bereits ist, und lass überschüssiges Wasser anschließend ablaufen. Der neue Topf kann Feuchtigkeit anders halten als der bisherige. Beobachte deshalb bei den nächsten Wassergaben, wie das Substrat abtrocknet.
Einen gesunden Horst teilen
Ein gut entwickelter Horst lässt sich manchmal durch Teilung in mehrere kleinere Pflanzen aufteilen. Das ist bei vielen Goeppertia und Stromanthe möglich, ebenso bei Maranta oder Ctenanthe mit geeigneten bewurzelten Trieben. Jedes Teilstück braucht einen lebenden Trieb oder Wachstumspunkt sowie lebensfähige Wurzeln. Abgetrennte Blätter ohne Wachstumspunkt und Wurzeln bilden auf diesem Weg keine neue Pflanze.
Nimm den Horst aus dem Topf und schau dir an, wie Triebe, Rhizome und Wurzeln miteinander verbunden sind. Wähle Abschnitte, die sich von selbst gut abgrenzen lassen und jeweils mindestens einen lebenden Wachstumspunkt sowie genügend gesunde Wurzeln zu dessen Versorgung haben. Ziehe sie nach Möglichkeit vorsichtig auseinander. Musst du eine Verbindung durchtrennen, verwende ein sauberes, scharfes Werkzeug und erhalte festes, lebendes Gewebe. Setze jedes Teilstück in einen passend großen Topf mit Wasserabzug.
Auch ein Teilstück mit vielen Blättern kann nur wenige Wurzeln haben. Reichen die Wurzeln nicht aus, um seine Blätter zu versorgen, lass es mit der Mutterpflanze verbunden.
Maranta-Stecklinge brauchen einen Wachstumspunkt
Eine seitlich wachsende Maranta leuconeura bietet noch eine weitere Möglichkeit: die Vermehrung durch Triebstecklinge. Suche einen gesunden Knoten, also eine Stelle am Trieb, aus der sich ein Blatt oder ein neuer Trieb entwickeln kann. Schneide einen lebenden Triebabschnitt mit diesem Knoten ab. Der Steckling kann in ausreichend feuchtem Vermehrungssubstrat oder sauberem Wasser bewurzeln. Im Wasser muss der Knoten untergetaucht bleiben, während die Blätter über der Wasseroberfläche stehen. Wechsle trübes Wasser und entsorge Stecklinge, an denen Fäulnis entsteht.
Ein abgetrenntes Blatt mit Blattstiel kann noch eine Zeit lang gut aussehen. Damit auf diesem Weg ein neuer Trieb wächst, ist aber ein lebensfähiger Knoten am Spross nötig. Hat ein im Wasser bewurzelter Steckling gesunde Wurzeln gebildet und beginnt neu auszutreiben, setze ihn in einen kleinen Topf mit durchlässigem Substrat. Ein Steckling, der bereits in geeignetem Vermehrungssubstrat wurzelt, kann zum Anwachsen in seinem Topf bleiben. Topfe ihn um, wenn die Wurzeln mehr Platz brauchen oder das Substrat ersetzt werden muss.
Stecklinge von verzweigten Ctenanthe nehmen
Auch bei manchen verzweigten Pflanzen, die als Ctenanthe verkauft werden, können Triebstecklinge Wurzeln bilden. Suche vor dem Schneiden einen gesunden Seitentrieb mit einem lebenden Knoten. Diese Methode setzt einen verzweigten Wuchs voraus. Aus einem einzelnen Blattstiel entsteht auf diese Weise keine neue Pflanze.
Schneide mit einem sauberen Werkzeug unterhalb eines geeigneten Knotens und stecke den Trieb in gut durchlässiges Vermehrungssubstrat. Eine durchsichtige Abdeckung kann den Feuchtigkeitsverlust verringern, sofern sie nicht in direkter Sonne steht und regelmäßig gelüftet wird. Ist an der Innenseite der Abdeckung ständig Kondenswasser zu sehen, öffne sie vorübergehend. Zeigt sich darunter Schimmel, hebe die Abdeckung leicht an, damit Luft zirkulieren kann. Entferne abgestorbene Pflanzenreste. Fault der Steckling selbst, nimm ihn heraus. Gesunde neue Wurzeln und anhaltendes Wachstum sprechen dafür, dass der Steckling anwächst.
Pflege nach dem Umtopfen und Vermehren
Unabhängig von der Methode haben frische Teilstücke und Stecklinge weniger funktionsfähige Wurzeln als die Mutterpflanze. Auch ein umgetopfter Horst braucht möglicherweise Zeit zum Eingewöhnen. Schütze die Pflanze vor austrocknender Zugluft und stelle sie an einen Platz mit mildem Licht. Halte Teilstücke und Stecklinge in Substrat leicht feucht, lass überschüssiges Wasser ablaufen und beobachte, wie das neue Gefäß abtrocknet. Bis die Pflanze wieder gesund wächst, solltest du auf kräftige Düngung und häufiges Umstellen verzichten.
Achte neben den Blättern auch auf die Triebe. Vorübergehend hängende Blätter oder der Verlust eines älteren Blattes können während der Erholung vorkommen. Wird die Basis zunehmend weich, faulen die Wurzeln, riecht das Substrat unangenehm oder sackt die Pflanze plötzlich zusammen, ist eine umgehende Untersuchung nötig. Eine anhaltende Verschlechterung solltest du nicht einfach als „Umtopfschock“ abtun.
Eine feste Pflanzenbasis, intakte Wurzeln und ein neues Blatt, das sich normal entfaltet, sind ermutigende Zeichen dafür, dass die Pflanze anwächst. Erholt sie sich langsam, bleibt dabei aber stabil, prüfe anhand der Hinweise zur Erholung, wie sie sich entwickelt, bevor du erneut etwas veränderst.
7. Wenn sich die Blätter verändern: Symptome richtig einordnen
Wenn du weißt, wie sich die Blätter deiner Pflanze normalerweise bewegen und wie sie wächst, fallen Veränderungen schnell auf: eine braune, brüchige Spitze, ein Blattstiel, der tiefer hängt als sonst, oder eine verblasste Stelle in der vertrauten Blattzeichnung. Schau dir die ganze Pflanze an, bevor du etwas an der Pflege änderst. Ist nur ein altes Blatt betroffen, oder verschlechtert sich der Zustand mehrerer Blätter? Entfalten sich neue Blätter weiterhin gut? Überlege, ob die Pflanze kürzlich umgestellt wurde, kaltes Fensterglas berührt hat oder ungewöhnlich nass steht. Achte auch darauf, wie schnell Schäden auftreten oder sich ausbreiten.
Ebenso wichtig ist das Tempo der Veränderung. Ein alter brauner Blattrand, der sich nicht weiter verändert, lässt dir Zeit, die Ursache zu prüfen. Wird die Pflanze an der Basis weich, sackt die Pflanzenbasis in sich zusammen, breiten sich nass wirkende Flecken rasch aus oder liegt ein starker Befall mit lebenden Schädlingen vor, solltest du zügig handeln. Kümmere dich zuerst um solche dringenden Probleme. Sobald der Zustand der Pflanze stabil ist, kannst du kleinere Anpassungen bei Licht oder Düngung erwägen.
Was du bei welchem Symptom zuerst prüfen solltest
Die Tabelle zeigt dir, womit du bei den einzelnen Symptomen beginnen kannst. Mit dieser ersten Prüfung grenzt du die möglichen Ursachen ein; lies anschließend die passende Erläuterung. Wenn Veränderungen langsam verlaufen und die Pflanze insgesamt stabil bleibt, beginne bei einer wahrscheinlichen Ursache und ändere jeweils nur einen Punkt in der Pflege. So kannst du erkennen, ob die Anpassung hilft.
| Was du beobachtest | Was du zuerst prüfen solltest |
|---|---|
| Braune Blattspitzen oder trockene Blattränder | Vergleiche ältere Schäden mit neuen. Prüfe den Topf, die Bedingungen am Fenster und die Luftbewegung. Berücksichtige auch die bisherige Düngung, dein Gießen und das verwendete Wasser. |
| Ausgewachsene Blätter bleiben fest eingerollt | Vergleiche dies mit den üblichen Blattbewegungen bei Tag und Nacht. Prüfe die Feuchtigkeit im Inneren des Topfs und die Temperatur dort. |
| Die Blätter hängen, der Topf ist leicht und trocken | Prüfe die Feuchtigkeit unter der Oberfläche. Ist der Wurzelbereich tatsächlich trocken, befeuchte ihn gleichmäßig und lass überschüssiges Wasser ablaufen. |
| Die Blätter hängen, während das Substrat nass bleibt | Gieße nicht allein wegen der hängenden Blätter erneut. Leere den Übertopf, prüfe den Wasserabfluss und ob zunehmende Schäden eine Kontrolle der Wurzeln nötig machen. |
| Ein einzelnes unteres Blatt wird langsam gelb | Prüfe, ob die übrige Pflanze und die neu austreibenden Blätter gesund bleiben. |
| Viele Blätter werden gelb, verlieren ihre Festigkeit oder verblassen | Prüfe den Wurzelbereich und die Blattunterseiten. Überlege auch, ob sich Licht oder Temperatur zuletzt verändert haben. |
| Helle, ausgebleichte oder papierartige Flecken | Überlege, ob direkte Sonne, Kontakt mit kaltem Fensterglas, Hitze oder kürzlich verwendete Sprüh- oder Reinigungsmittel infrage kommen. |
| Ein neues Blatt reißt ein, bleibt hängen oder entfaltet sich verformt | Prüfe den Austrieb und die Feuchtigkeit in seiner Umgebung. Suche nach tatsächlichen Insekten, Fraßspuren oder Saugspuren. |
| Erhabene, korkige Flecken, sich ausbreitende nasse Schadstellen oder weiches Gewebe | Unveränderte, korkige Stellen: Achte auf neue Flecken, lange nass bleibendes Substrat und die Luftbewegung. Größer werdende nasse Schadstellen oder eine weich werdende Pflanzenbasis: Handle zügig, stelle die Pflanze getrennt von anderen auf und beachte die Vorsichtsmaßnahmen bei möglichem Krankheitsbefall. Ist die Basis weich, untersuche auch die Wurzeln anhand der Hinweise zur Wurzelgesundheit. |
| Feine helle Sprenkel, silbrige Narben, Gespinste oder klebrige Rückstände | Untersuche beide Blattseiten und geschützte Stellen an den Knoten der Triebe auf tatsächliche Anzeichen von Schädlingen. Der Abschnitt zu Schädlingen hilft dir bei der Einordnung. |
| Die Blätter bewegen sich weniger als sonst | Beobachte ein vollständig entfaltetes Blatt über mehrere Tage. Berücksichtige dabei auch das gesamte Wachstum sowie Licht, Feuchtigkeit und Temperatur. |
Braune Blattränder und trockene, brüchige Spitzen
Eine braune Blattspitze wird nicht wieder grün. Entscheidend ist deshalb, ob weiterhin neue braune Stellen entstehen. Vergleiche das ältere Blatt mit kürzlich entfalteten Blättern und achte darauf, wo die Schäden sitzen. Ein trockener Rand, eine helle Stelle auf der Fensterseite und ein Schaden nahe am Blattstiel können unterschiedliche Ursachen haben. Besonders hilfreich ist es, wenn du weißt, wann die Stellen zuerst aufgetreten sind.
Beginne mit der Feuchtigkeit an den Wurzeln. Ist der Wurzelballen wiederholt vollständig ausgetrocknet, oder war das Substrat noch lange nach dem Gießen durchnässt? Überlege anschließend, ob starke Sonne durch die Fensterscheibe, heiße Heizungsluft oder trockene Raumluft eine Rolle spielen. Überlege auch, wie du in letzter Zeit gedüngt hast, und achte auf mineralische Ablagerungen am Topf. Wenn sich die weiterhin auftretenden Schäden an den Blattspitzen damit nicht erklären lassen, findest du im Abschnitt zur Wasserqualität Hinweise dazu, wann ein Versuch mit mineralärmerem Wasser sinnvoll sein kann.
Wenn sich eine wahrscheinliche Ursache abzeichnet, nimm eine behutsame Anpassung vor und beobachte, wie sich die nächsten Blätter entfalten. Der alte braune Rand bleibt sichtbar. Unbeschädigte Ränder an neuen Blättern und Schäden, die sich nicht weiter ausbreiten, sprechen dafür, dass sich die Bedingungen verbessert haben.
Eingerollte oder hängende Blätter: zuerst den Topf prüfen
Hier spielen die normalen Blattbewegungen eine Rolle, denn ein am Abend angehobenes Blatt kann eingerollt wirken. Bleibt ein ausgewachsenes Blatt dauerhaft fest eingerollt, solltest du genauer hinsehen – besonders wenn die Blattstiele schlaff sind oder der neue Austrieb schwach bleibt. Hebe den Topf an und fühle unter der Substratoberfläche, bevor du entscheidest, ob die Pflanze Wasser braucht.
Ist der Wurzelbereich tatsächlich trocken und der Topf ungewöhnlich leicht, befeuchte das Substrat gründlich und lass überschüssiges Wasser ablaufen. Beobachte anschließend, ob die Triebe wieder fest werden. Hängt die Pflanze weiterhin schlaff, obwohl das Substrat feucht ist, musst du die Ursache genauer prüfen. Erneutes Gießen allein wegen der tiefer hängenden Blätter kann das Problem verschlimmern.
Bei einer schlaffen Pflanze in nassem Substrat beginne mit dem Übertopf. Nimm den Innentopf heraus, gieße stehendes Wasser ab und prüfe, ob die Abzugslöcher frei sind. Fühle auch in der Mitte des Substrats. Ist es seit Tagen durchnässt? Riecht es säuerlich? Sind die Triebansätze noch fest? Eine Pflanze, deren Zustand stabil bleibt und deren Basis fest ist, kann sich erholen, sobald das Wasser wieder besser abfließt. Wird die Basis weich oder verschlechtert sich der Zustand der ganzen Pflanze schneller, untersuche die Wurzeln umgehend. In wassergesättigtem Substrat können die Wurzeln zu wenig Luft bekommen; Kälte oder mechanische Verletzungen können das Problem verstärken. Keines dieser Anzeichen beweist für sich allein eine Pilz- oder Bakterienkrankheit.
Wenn es einen konkreten Anlass gibt, die Wurzeln zu untersuchen, stütze die Triebe und ziehe den Wurzelballen vorsichtig aus dem Topf. Lebende Wurzeln können braun und dennoch gesund sein; sie bleiben fest und behalten ihre Struktur. Faule Wurzeln können sich matschig anfühlen, zerfallen oder unangenehm riechen. Schneide Wurzeln nicht allein deshalb ab, weil sie braun sind oder weil du ihren Zustand nicht sicher beurteilen kannst. Lass feste, unversehrte Wurzeln an der Pflanze.
Sind einzelne Wurzeln eindeutig verfault, schneide mit einem sauberen Werkzeug ausschließlich das verfaulte Gewebe weg, bis nur noch feste, gesunde Bereiche übrig sind. Entsorge die entfernten Teile. Ersetze übel riechendes, zersetztes Substrat und setze die Pflanze wieder in einen sauberen Topf, aus dem Wasser gut ablaufen kann. Sackt die Pflanzenbasis in sich zusammen, lässt sich der Zustand der Wurzeln nicht eindeutig beurteilen oder verschlechtert sich der Zustand weiterhin rasch, lass die Ursache fachkundig abklären. Nasse Erde allein ist kein Nachweis für einen Krankheitserreger, und gesunde Wurzeln sollten erhalten bleiben.
Gelbe Blätter, verblasste Zeichnung und verbrannte Stellen
Ein unteres Blatt kann langsam gelb werden und abfallen, während neue Blätter nachwachsen. Das kann normal sein, wenn die übrige Pflanze fest bleibt und weiterwächst. Werden mehrere Blätter zugleich gelb, verblassen sie oder verlieren sie ihre Festigkeit – besonders bei schwachem neuem Austrieb –, prüfe die Feuchtigkeit im Topf, das Licht und mögliche Anzeichen von Schädlingen.
Wo und wann eine Stelle entstanden ist, hilft bei der Suche nach der Ursache. In einer dunklen Ecke kann sich das Wachstum verlangsamen, bevor die Blätter verblassen. Starke Sonne kann auf der Fensterseite trockene, helle Stellen hinterlassen. Auch der Kontakt mit kaltem Glas kann ein Blatt schädigen, besonders bei hellem Licht. Kürzlich verwendete Sprüh- oder Reinigungsmittel verursachen manchmal ähnliche Flecken. Überlege, wo die Pflanze stand und womit sie in Berührung kam, bevor der erste Fleck auftrat.
Wenn sich bei Licht, Wurzeln und der Schädlingskontrolle auf den Blattunterseiten keine Erklärung findet, prüfe, wie du in letzter Zeit gedüngt hast, bevor du weitere Nährstoffe gibst. Gelbe oder blasse Blätter allein sind ein zu unspezifischer Hinweis, um mehr Dünger zu rechtfertigen.
Flecken, beschädigte junge Blätter und auffällige Blattoberflächen
Ein eingerolltes Blatt kann an einem Regal entlangstreifen oder an einem älteren Blattstiel hängen bleiben und sich mit einem Riss entfalten. Ist nur ein einzelnes neues Blatt beschädigt, kann der Schaden schlicht auf ein solches Missgeschick zurückgehen. Sind neue Blätter wiederholt verformt, vor allem mit feinen Narben, dunklen Pünktchen oder Insekten in den zarten Blattfalten, untersuche den Austrieb vorsichtig auf Schädlinge und Verletzungen.
Erhabene, raue oder korkige Flecken beginnen manchmal als kleine, nass wirkende Stellen. Eine mögliche Ursache sind Ödeme. Sie können bei anfälligen Pflanzen entstehen, wenn die Wurzeln Wasser schneller aufnehmen, als die Blätter es abgeben. Andere Probleme können ähnlich aussehen. Achte zur Einordnung darauf, wie lange das Substrat nass bleibt, wie gut sich die Luft zwischen den Blättern bewegt und ob weiterhin neue Flecken auftreten. Ein einzelner Fleck reicht für eine Diagnose nicht aus.
Kleine Stellen, die unverändert bleiben, sind anders zu beurteilen als weiche Schadstellen, die größer werden oder an weiteren Blättern auftreten. Fotografiere einen sich verändernden Fleck bei gleichem Licht, damit du die Entwicklung besser einschätzen kannst. Breiten sich weiche oder nass wirkende Schäden aus, beachte die Vorsichtsmaßnahmen bei möglichem Krankheitsbefall. Gehe dabei nicht davon aus, dass bereits ein bestimmter Pilz oder ein Bakterium als Ursache feststeht.
Woran du erkennst, ob eine Änderung hilft
Ob eine Anpassung geholfen hat, beurteilst du am besten an den Anzeichen, die zu dem festgestellten Problem gehören. Beobachte zum Beispiel, wie sich das nächste Blatt entfaltet, ob neue Schäden an den Spitzen entstehen, ob die Triebe fest bleiben oder wie schnell das Substrat im Topf abtrocknet. Bei gemusterten Blättern helfen Fotos aus demselben Blickwinkel. Wird die Pflanzenbasis zunehmend weich oder breiten sich nasse Schadstellen aus, solltest du rasch handeln, auch wenn andere Pflanzenteile stabil wirken.
Feste Triebe und gesunde neue Blätter sind beruhigende Zeichen. Alte Risse und braune Ränder bleiben meist sichtbar. Achte deshalb darauf, ob die Pflanze gesund weiterwächst und sich die Schäden nicht mehr ausbreiten. Sind Insekten oder frische Fraß- oder Saugspuren zu erkennen, bestimme als Nächstes den Schädling, bevor du ihn behandelst.
8. Schädlinge und Krankheiten erkennen und sicher behandeln
Vor einer Behandlung genau hinsehen
Helle Sprenkel, Narben und verformte junge Blätter können Anlass sein, nach Schädlingen zu suchen. Die Schäden allein verraten aber selten, welcher Schädling dahintersteckt. Untersuche die Pflanze bei gutem Licht. Drehe die Blätter vorsichtig, damit du ihre Unterseiten siehst, und folge den Blattadern bis zu den Blattstielansätzen, überlappenden Blattbasen und Falten rund um junge Triebe. Mit einer Handykamera oder Lupe kannst du Bewegungen oder Spuren entdecken, die mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Staub, Wasserflecken und natürliche Härchen können täuschen. Suche deshalb nach lebenden Schädlingen oder deutlichen Fraß- oder Saugspuren.
Wenn du einen Schädling entdeckst oder deutliche frische Fraß- oder Saugschäden feststellst, halte die Blätter der betroffenen Pflanze möglichst von benachbarten Pflanzen fern und untersuche auch die Töpfe in der Nähe. Gehe behutsam mit den Blättern um: Starkes Reiben oder ein kräftiger Sprühstrahl kann Narben hinterlassen, die es schwerer machen, den Erfolg einer Behandlung zu beurteilen.
Die häufigsten Schädlinge erkennen
Spinnmilben. Winzige helle Punkte können einem Blatt nach und nach ein gesprenkeltes Aussehen geben. Suche auf der Unterseite und entlang der Blattadern nach sehr kleinen Milben. Manchmal findest du auch feine Gespinste an den Blattstielansätzen. Gewöhnliche Spinnennetze reichen als Nachweis nicht aus. Im Ratgeber zu Spinnmilben erfährst du, wie du die Anzeichen erkennst und eine passende Bekämpfung auswählst.
Thripse. Neue Blätter können sich mit silbrigen Schabespuren, unregelmäßigen Narben und kleinen dunklen Kotpunkten entfalten. Suche in geschützten Blattfalten nach schmalen erwachsenen Tieren oder ihren jüngeren Entwicklungsstadien. Scheuerstellen vom Transport können ähnlich aussehen. Suche deshalb vor einer Behandlung nach den Insekten; weitere Hinweise zur Bestimmung findest du im Ratgeber zu Thripsen.
Wollläuse. Die weißen, mit Wachs bedeckten Insekten können sich zwischen Blattstielen und überlappenden Blättern verstecken. Watteartige Ansammlungen können Eier und Wachs enthalten. Manche Arten leben auch an den Wurzeln. Wenn eine Pflanze zunehmend schwächelt und du Insekten oder wachsartige Ablagerungen im Substrat findest, untersuche den Bereich um die Wurzeln. Auch mineralische Ablagerungen und Fusseln können weiß aussehen. Suche vor einer Behandlung deshalb nach tatsächlichen Insekten oder ihrem typischen Wachs. Der Ratgeber zu Wollläusen zeigt dir, worauf du achten solltest.
Schildläuse und andere saugende Schädlinge. Schildläuse können wie helle oder braune Erhebungen aussehen, die fest an Blattadern oder Stielen sitzen. Blattläuse können sich an zarten Trieben sammeln. Manche saugenden Schädlinge scheiden klebrigen Honigtau aus. Darauf kann sich oberflächlich ein schwarzer Belag aus Rußtaupilzen bilden. Fühlt sich ein Blatt klebrig an, suche nach den Insekten, die diese Rückstände verursachen, bevor du den schwarzen Belag für eine Erkrankung im Inneren des Blattes hältst.
Trauermücken. Kleine, dunkle Mücken, die aus feuchtem Substrat auffliegen, sind oft erwachsene Trauermücken. Bei gut eingewachsenen Pflanzen verursachen die erwachsenen Tiere meist nur wenig direkten Schaden. Ihre Larven leben im Substrat. Bei starkem Auftreten können sie empfindliche Wurzeln, Sämlinge und frisch bewurzelte Stecklinge schädigen.
Wenn du solche Mücken siehst, prüfe, wie lange die Substratoberfläche nass bleibt. Ist sie tagelang feucht, überprüfe dein Gießen und den Wasserabfluss, ohne die Wurzeln vollständig austrocknen zu lassen. Gelbtafeln helfen dir einzuschätzen, wie viele erwachsene Tiere vorhanden sind. Sie bekämpfen jedoch keine Larven und können auch andere kleine Insekten fangen. Schwächeln Sämlinge oder frisch bewurzelte Stecklinge, suche im Substrat nach Larven, bevor du eine gezielte Bekämpfung der Larven erwägst. Erwachsene Mücken allein erklären nur selten Schäden an ausgewachsenen Blättern.
Wann eine Krankheit infrage kommt
Ein neuer Fleck kann durch eine Verletzung oder eine Krankheit entstanden sein. Seine weitere Entwicklung liefert Hinweise auf die Ursache. Schau genauer hin, wenn nass wirkende Flecken größer werden, Triebansätze weich werden oder sich ein flaumiger Belag auf absterbendem Gewebe bildet. Grauschimmel kann beispielsweise unter feuchten Bedingungen verletztes Pflanzengewebe besiedeln. Kälteschäden, der Kontakt mit Sprühmitteln, Risse durch mechanische Verletzungen und Ödeme können ähnlich aussehen. An einem einzelnen Fleck lässt sich kein bestimmter Pilz und kein bestimmtes Bakterium erkennen. Achte deshalb darauf, ob sich die Schäden ausbreiten und die Pflanzenbasis fest bleibt.
Entferne abgestorbene oder faulende Blätter und entsorge sie. Vermeide Wasserspritzer auf verdächtigen nassen Stellen und reinige Werkzeuge nach Kontakt mit betroffenem Gewebe. Breiten sich Flecken aus oder wird die Basis der Triebe weich, stelle die Pflanze möglichst abseits von anderen Pflanzen auf und fotografiere die Veränderungen. Bei rasch fortschreitender Fäulnis mit weichem Gewebe kann eine fachkundige Diagnose nötig sein. Hängt die Pflanze bei wassergesättigtem Substrat schlaff, prüfe außerdem die Wurzeln und den Wasserabfluss: Wurzeln können durch Sauerstoffmangel Schaden nehmen, auch wenn keine Infektion nachgewiesen ist.
Die Behandlung auf den gefundenen Schädling abstimmen
Bei einem geringen, bestätigten Befall kannst du einzelne Insekten entfernen oder die Blätter vorsichtig abspülen, sofern sie das vertragen. Vermeide, dass Wasser in die engen Zwischenräume an der Pflanzenbasis gelangt, und lass die Blätter anschließend abtrocknen. Entferne abgestorbenes, stark befallenes Pflanzenmaterial, wische Flächen in der Nähe ab und suche erneut nach jungen Schädlingen, die sich an den Blattstielen verstecken. Konzentrierte selbst gemischte Seifenlösungen, Öle und Alkoholmischungen können empfindliche Blätter verbrennen. Ein sich ausbreitender Befall kann eine gezielte Behandlung erfordern.
Gegen eindeutig bestimmte Schädlinge können Nützlinge helfen. Wähle einen Nützling, der gegen den vorhandenen Schädling und dessen festgestelltes Entwicklungsstadium wirkt. Prüfe, ob Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Raum für ihn geeignet sind. Beachte die Hinweise des Anbieters zur Ausbringung und dazu, mit welchen anderen Mitteln oder Maßnahmen der Nützling verträglich ist. Rückstände von Pflanzenschutzmitteln können Nützlinge schädigen. Suche nach dem Einsatz weiterhin nach lebenden Schädlingen und frischen Fraß- oder Saugschäden, um den Erfolg zu beurteilen.
Prüfe vor dem Einsatz eines Pflanzenschutzmittels, ob es in deinem Land derzeit genau für die geplante Anwendung zugelassen ist. Die Angaben auf dem Etikett müssen die betreffende Zierpflanze oder Pflanzengruppe, den festgestellten Schädling und die Anwendung in Innenräumen abdecken. Außerdem muss das Mittel für die Verwendung durch Hobbygärtner zugelassen sein.
Halte dich an die zugelassene Dosierung und die vorgeschriebene Art der Anwendung sowie an alle Sicherheitsvorgaben und Angaben zu zulässigen Wiederholungsbehandlungen auf dem Etikett. Für ein online angebotenes Mittel können andere Anwendungen zugelassen sein als die von dir geplante. In Deutschland kannst du dies in der amtlichen Zulassungsdatenbank des BVL prüfen; in anderen Ländern sind die jeweiligen nationalen Behörden zuständig.
Beachte die Angaben auf dem Etikett dazu, wie du Kinder und Haustiere fernhältst, den Raum lüftest und Aquarien oder Bereiche zur Lebensmittelzubereitung schützt. Erhöhe niemals die Dosis, kombiniere keine Mittel ohne entsprechende Zulassung und lege die Abstände zwischen Wiederholungsbehandlungen nicht selbst fest.
Untersuche nach der Behandlung erneut die Stellen, an denen du zuerst Schädlinge entdeckt hast: Blattunterseiten, geschützte Blattstielansätze und neue Blätter. Achte auf lebende Insekten und frische Fraß- oder Saugspuren, denn alte Narben können auch nach einer erfolgreichen Behandlung sichtbar bleiben. Sind weiterhin Schädlinge oder neue Schäden vorhanden, bestimme zunächst das Entwicklungsstadium der verbliebenen Tiere. Prüfe, ob die gewählte Methode sie in diesem Stadium erreicht, bevor du die Behandlung wechselst.
Je besser du deine Pflanze kennenlernst, desto leichter fallen dir diese Entscheidungen. Du weißt mit der Zeit, wann sich ein gesundes Blatt hebt, wie sich das Gewicht des Topfs beim Abtrocknen verändert und wie neuer Austrieb bei deiner Art aussieht. Diese alltäglichen Beobachtungen helfen dir, Veränderungen an einem Blatt einzuordnen. So kannst du einem tatsächlichen Problem nachgehen, ohne auf jede harmlose Stelle zu reagieren.
9. Quellen und weiterführende Literatur
Die folgenden botanischen, wissenschaftlichen und sicherheitsbezogenen Quellen bilden die Grundlage für die Pflanzennamen und Hinweise in diesem Artikel.
- Royal Botanic Gardens, Kew — Plants of the World Online. Aktuelle Einträge zu Marantaceae, Goeppertia insignis, der davon zu unterscheidenden Art Calathea insignis Petersen, Stromanthe thalia, Maranta leuconeura, Ctenanthe oppenheimiana und weiteren im Artikel genannten Arten.
- North Carolina State Extension. Maranta leuconeura: Beschreibung und gelegentliche Blütenbildung im Zimmer.
- Borchsenius, Suárez & Prince (2012). Molecular phylogeny and redefined generic limits of Calathea (Marantaceae), Systematic Botany.
- Royal Horticultural Society. Pflege von Calathea; Ctenanthe burle-marxii; Ctenanthe lubbersiana; Goeppertia rufibarba; Goeppertia crocata; Maranta leuconeura var. kerchoveana; Ctenanthe pilosa ‘Golden Mosaic’ (taxonomischer Status ungeklärt); Stecklinge von Zimmerpflanzen; Gießwasser aus verschiedenen Quellen und enthärtetes Wasser; zu große Pflanzentöpfe; und Ödeme. Die RHS beschreibt die Vermehrung durch Triebstecklinge für eine verzweigt wachsende Pflanze, die als Ctenanthe pilosa ‘Golden Mosaic’ verkauft wird. Der dort verzeichnete botanische Name hat einen ungeklärten taxonomischen Status.
- Nebraska Extension, University of Nebraska–Lincoln. Vermehrung durch Triebstecklinge: Feuchtigkeit und Lüften.
- University of Maryland Extension, Home and Garden Information Center. Schimmel unter der Abdeckung von Stecklingen und Luftaustausch.
- Royal Horticultural Society. Unverholzte Stecklinge pflegen und abgestorbenes oder faulendes Material entfernen.
- Hughes & Lev-Yadun (2023). Why do some plants have leaves with red or purple undersides?, Environmental and Experimental Botany.
- Minorsky (2019). The functions of foliar nyctinasty: a review and hypothesis, Biological Reviews.
- Herbert & Larsen (1985). Leaf movement in Calathea lutea (Marantaceae), eine Studie zu den im Tagesverlauf beobachteten Blattstellungen.
- Nguyen und Mitautoren (2018). Biochemical and physiological characteristics of photosynthesis in plants of two Calathea species, International Journal of Molecular Sciences. Die Studie untersuchte Pflanzen, die als Calathea insignis und C. makoyana bestimmt worden waren, und beschrieb Merkmale einer an Schatten angepassten Photosynthese. Daraus lässt sich keine einheitliche Lichtvorgabe für Marantengewächse im Zimmer ableiten.
- Hogewoning & Harbinson (2007). Insights on the development, kinetics, and variation of photoinhibition using chlorophyll fluorescence imaging of a chilled, variegated leaf, Journal of Experimental Botany. Ein kontrollierter Versuch mit Blättern, die als Calathea makoyana bestimmt worden waren, zeigte, dass Kälte in Verbindung mit Licht das photosynthetisch aktive Gewebe schädigte. Eine sichere Mindesttemperatur für die gesamte Pflanzenfamilie wurde dabei nicht ermittelt.
- Strojny und Mitautoren (1999). Effect of nutrient solution concentration and NH₄:NO₃ ratio on Maranta growth, Scientia Horticulturae. In einem Gewächshausversuch wuchsen zwei Kulturformen von Maranta leuconeura bei unterschiedlichen Nährstoffkonzentrationen am besten. Die im Versuch verwendeten Dosierungen sind keine Düngeempfehlungen für zu Hause.
- Beeson & Chen (2018). Quantification of daily water requirements of container-grown Calathea and Stromanthe produced in a shaded greenhouse, Water.
- Royal Horticultural Society. Saugende Insekten an Zimmerpflanzen; Wollläuse und an Wurzeln saugende Arten; Trauermücken; Blattschäden an Zimmerpflanzen; und Hilfe für geschwächte Zimmerpflanzen.
- ASPCA Animal Poison Control. Die Einträge „Prayer plant“ und „Calathea“; prüfe jeweils den im Eintrag angegebenen wissenschaftlichen Namen.
- CDC. Wasserfilter für den Haushalt auswählen und Systeme zur Wasseraufbereitung im Haushalt.
- Umweltbundesamt und US Environmental Protection Agency. Richtig lüften und Schimmel vermeiden und Luftbefeuchter im Haushalt verwenden und pflegen.
- Europäische Union und Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Verordnung (EG) Nr. 1107/2009, Artikel 55 und zugelassene Pflanzenschutzmittel.





Kommentar schreiben